chron. Schmerzen im Harnröhrenbereich

Hallo, Ich bin 22 Jahre alt und weiblich. Ich habe seit Januar 2014 Schmerzen im Intimbereich. Ich nehme an, dass diese Schmerzen aus der Harnröhre hervorgehen und habe mich deswegen für den Bereich „Urologie“ entschieden. Ich habe täglich phasenweise brennende Schmerzen im Harnröhrenbereich/Intimbereich. Die Schmerzen verstärken sich oder treten ein, nach dem ich Wasserlassen war oder wenn ich länger Kälte ausgesetzt bin. Teilweise habe ich zu diesem Schmerz im Harnröhrenbereich Missempfindungen an der Fußsohle. Durch viel Trinken (3-4L/Tag) und Wärmflaschen sowie Tee verbessert sich mein Zustand; wenn meine Blase sehr voll ist, erscheint mir der Schmerz erträglicher. Jedoch bin ich an keinem Tag beschwerdefrei. Ich habe eine Odyssee an Arztbesuchen hinter mir und hoffe hier auf einen guten Rat. Mit 7 Jahren hatte ich die gleichen Schmerzen fast ein Jahr lang. Damals habe ich Uro-Vaxom genommen und nach der Einnahme ging es mir wieder gut. Ich hatte bis ich 18 wurde keine Probleme mehr mit Blasenentzündungen. Mit 18 hatte ich meinen ersten Freund und damit auch GV. Seitdem hatte ich 3-4 mal im Jahr Probleme mit bakteriellen Blasenentzündungen. Diese Blasenentzündungen sind durch Antibiotika aber immer problemlos verschwunden. Mein aktueller Zustand begann im Januar 2014 mit einer bakteriellen Blasenentzündung, die ich ebenfalls auf GV zurückführe. Da ich die Blasenentzündung über die Feiertage bekam, versuchte ich zunächst sie selbst mittels vielem Trinken und Wärmflaschen auszukurieren. Die Blasenentzündung stellte sich jedoch als sehr hartnäckig heraus und ich musste mehrere Antibiotika ausprobieren, bis im Urin keine Bakterien mehr zu finden waren. Danach hatten die Probleme angefangen. Anfang 2014 habe ich eine Blasenspiegelung gemacht bekommen. Jedoch konnte der Arzt nichts feststellen, außer eine leicht gerötete Harnröhre, der keine weitere Bedeutung beigemessen worden ist. Daraufhin habe ich pflanzliche Arzneimittel ausprobiert: Darunter Cystinol, Aqualibra, Cranberrytabletten und Canephron. Obwohl keine Bakterien im Urin zu finden waren, habe ich im Laufe der letzten 2 Jahre auch noch weitere Antibiotika probiert wie Doxycyclin und Cotrim. 2015 hatte ein Urologe die Idee, dass ich IC haben könnte und daraufhin habe ich eine Mischung aus Amitriptylin und Pentosanpolysulfat (oder so ähnlich) verschrieben bekommen. Nach einigen Monaten habe ich die Tabletten allerdings abgesetzt, da ich keine Änderung feststellen konnte. Ebenfalls ausprobiert habe ich Mictonorm, Spasmex und Betmiga. Jedoch konnte ich dadurch auch keine Besserung verspüren. Im Januar 2016 habe ich erneut eine Blasenspiegelung machen lassen. Diesmal bei einem Urologen, der schon viel Erfahrung mit Patienten hat, die an IC leiden. Dieser Urologe hat jedoch ausgeschlossen, dass ich IC habe. Er meinte, dass in meine Blase keine Gefäße einspriessen und dass das Fassungsvermögen meiner Blase zu groß für eine Krankheit wie IC wäre. Das Fassungsvermögen wurde durch ein Miktionsprotokoll ermittelt. Mein höchstes Harnvolumen hat 800 ml betragen. Im März 2016 bin ich zu einem Krankengymnast gegangen und habe mich danach erkundigt, ob meine Schmerzen evtl. im Zusammenhang mit Muskulaturverkrampfungen stehen. Der Physiotherapeut meinte jedoch, dass das Problem vermutlich eher organischer Natur sei. Ein Arzt hatte den Verdacht, dass es sich evtl. um eine Harnröhrenentzündung handeln könnte und ich ließ daraufhin einen Harnröhrenabstrich machen. Wieder kein pathologischer Befund. Ich habe ebenfalls probiert, meinen Urin basischer zu machen, indem ich Basenpulver zu mir genommen habe. Jedoch hat dies auch nicht zu einer Besserung meiner Beschwerden geführt. Im Mai 2015 habe ich mir Strovac impfen lassen. Seitdem hatte ich nur noch 1 mal eine bakterielle Blasenentzündung; die chronischen Schmerzen haben sich jedoch nicht gebessert. Im Februar 2016 habe ich erneut Uro-Vaxom ausprobiert, bislang jedoch ebenfalls ohne Erfolg. Gynäkologisch habe ich die Beschwerden ebenfalls abklären lassen. Ich habe Abstriche machen lassen, die keinen Befund ergaben. Außerdem habe ich im Januar die Pille abgesetzt. Die Frauenärztin sagte, dass meine Gebärmutter etwas schief liegt. Sie meinte jedoch, dass das bei vielen Frauen so sei und mit meinen Schmerzen nicht im Zusammenhang stehen könnte. Seit 2 Wochen befinde ich mich bei einer Ärztin in Behandlung, die TCM betreibt und ich nehme chinesische Kräuter ein und lasse mich akupunktieren. Bis jetzt merke ich noch keine Wirkung. An homöopathischen Mitteln habe ich bereits Cantharis ausprobiert, jedoch auch ohne Erfolg. Bei der Palpation meiner Blase habe ich im beschwerdenfreien Intervall keine Schmerzen; im Intervall, in dem ich Schmerzen habe, spüre ich bei der Palpation einen Schmerz, der von dem normalen Druckschmerz abweicht. Mein Lebensqualität ist durch die Schmerzen massiv gesenkt. Es ist mir nicht möglich, ohne Wärmflasche auszugehen. Ich weiß nicht, an welchen Arzt ich mich noch wenden könnte. Ich hatte schon den Verdacht, dass meine Beschwerden eventuell durch die Nerven bedingt sind. Ich habe eine leichte Skoliose. Könnte es sein, dass ein Nerv aus dem Plexus sacralis durch die Skoliose eingeklemmt ist und dadurch Schmerzen in der Blasengegend verursacht? Jedoch würde das wahrscheinlich nicht erklären, wieso ich die Schmerzen erst nach der bakteriellen Blasenentzündung bekommen habe. Als ich 15 war, hatte ich Probleme mit Reizdarm. Diesen habe ich aber damals mit Flohsamen wunderbar in den Griff bekommen und auch schon einige Jahre nicht mehr auf die Flohsamen angewiesen. Könnte vielleicht trotzdem ein Zusammenhang zwischen meinen Blasenschmerzen und dem damaligen Reizdarmsyndrom bestehen? Ein Arzt hat mir vorgeschlagen, Installationen mit Gepan auszuprobieren. Denken Sie, dass das sinnvoll wäre oder haben Sie eine Idee, an was ich leiden könnte und was man dagegen unternehmen könnte? Über eine Antwort und einen Rat würde ich mich sehr freuen.

Frage vom: 2016-06-03 18:34:21 | 2386 | 1234

Antworten (7):

Ihre Krankengeschichte ist in der Tat ungewoehnlich.Abenteuerlich ist Ihre Geschichte mit Urovaxom und Strovac.Diese Therapie ist nur indiziert bei rez.E.coli-Infektionen! Aus Ihrer Geschichte entnehme ich das Sie auch Antibiotika nahmen ohne das Bakterien nachgewiesen wurden!?Das ist straeflich. Wurde denn Ihr Urin mittels sterilem Einmalkatheter entnommen und untersucht?Falls nein,waere die ganze Diagnostik fragwuerdig. Wurde eine Chlamydien und Mykoplasmeninfektion ausgeschlossen? Wurde eine Anomalie der oberen Harnwege ausgeschlossen? Wurde im Rahmen Ihrer Beschwerden auch jeweils Vaginalinfekte ausgeschlossen? Aus welchem Grund haben Sie Spasmex etc. genommen,das gibt man bei Kontinenzbeschwerden und ueberaktiver Harnblase! Wenn Sie mir diese Fragen noch beantworten koennen,kommen wir evtl.weiter. Man muss aber auch an eine moegliche psychosomatische Erkrankung denken.

Antwort vom: 2016-06-03 19:18:22

Dr. Harald Pauthner
Bad Homburg

ganzheitlich glücklich

Hallo, Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe Strovac und Urovaxom genommen, damit ich nicht zusätzlich zu den chronischen Schmerzen noch einen bakteriellen Infekt bekomme, da die Schmerzen sich durch bakterielle Infekte nochmals verstärkt hatten. Ja, es stimmt, dass ich die Antibiotika ohne nachgewiesene Bakterien eingenommen habe. Der Urin wurde mittels sterilem Einmalkatheter abgenommen. Bei dem Harnröhrenabstrich wurde auf Chlamydien, Pilze und Bakterien geprüft. Ob Mykoplasmen dabei waren, weiß ich nicht. Wie wird denn eine Anomalie der oberen Harnwege ausgeschlossen? Kann man das über eine Blasenspiegelung oder über Ultraschall der Nieren oder der Blase herausfinden? Vaginale Infekte wurden ausgeschlossen. Der Arzt hat mir Spasmex verschrieben, da er meinte, dass sich die Blasenmuskulatur dadurch entspannt und die Schmerzen so evtl. verschwinden. Die Medikamente haben allerdings nicht angeschlagen, deswegen habe ich sie abgesetzt.

Antwort vom: 2016-06-04 08:50:35

Anomalien erkennt man über Ultraschall und/oder Röntgen

Antwort vom: 2016-06-04 09:39:34

Dr. Harald Pauthner
Bad Homburg

ganzheitlich glücklich

Strovac und Urovaxom haben keinen Sinn gemacht

Antwort vom: 2016-06-04 09:40:41

Dr. Harald Pauthner
Bad Homburg

ganzheitlich glücklich

Ohne Bakterien machen Antibiotika keinen Sinn

Antwort vom: 2016-06-04 09:42:00

Dr. Harald Pauthner
Bad Homburg

ganzheitlich glücklich

Hallo nochmal, ich war inzwischen bei zwei weiteren Urologen. Einer davon hat eine weitere Blasenspiegelung durchgeführt. Es waren weisse Flecken im Trigonum zu sehen und der Urologe meinte, dass meine Blasenschleimhaut total malträtiert sei und dies auf einen lokalen Östrogenmangel zurückzuführen sei. Dieser würde dazu führen, dass die Harnblase nicht mehr glatt ist, sondern von der Struktur einem Kartoffelfeld ähnlich und dementsprechend könnten sich Bakterien leicht anheften und schon zu Schmerzen führen, bevor ein eigentlicher Infekt da wäre. Ich habe ca 5/6 Wochen vor dem Arztbesuch angefangen Östrogencreme zu verwenden, aber der Urologe meinte, dass die Creme nicht effektiv genug sei und dass ich 2 mal in der Woche für mind. 6 Monate Östrogenzäpfchen nehmen sollte. Zudem waren an einer Stelle der Harnblase vermehrt Gefäße vorzufinden. Ausserdem meinte er, dass am Harnröhrenausgang Wucherungen vorzufinden seien, die operiert werden sollten. Ich habe mir noch eine Zweitmeinung bei einem anderen Urologen eingeholt und der meinte, dass es in meinem Alter noch keinen Östrogenmangel bei Frauen gäbe und dass so gut wie keine Wucherungen vorhanden wären und ich mich auf keinen Fall operieren lassen sollte, weil das Risiko, dass sich Narben bilden viel zu groß sei. Ausserdem hat er mir die Creme Elma verschrieben, die die Schmerzen lindern sollte. Darüberhinaus war ich noch bei einer Gynäkologin. Sie meinte, dass in der Vagina selbst genug Östrogen vorhanden wäre und dass mein Östrogenspiegel im Blut normal sei. Kann es dennoch sein, dass ein lokaler Östrogenmangel in der Blase vorliegt oder denken Sie, dass die angegriffene Blasenschleimhaut und die weissen Flecken, die bei der Blasenspiegelung sichtbar waren auf eine andere Ursache zurückzuführen sind? Für eine Antwort bedanke ich mich bereits jetzt. Mit freundlichen Grüßen Natalia

Antwort vom: 2016-09-30 14:02:56

Die Flecken nennt man Leukoplakie,das ist in der Tat Folge des lokalen Östrogenmangels.Therapie:Täglich abends die Vaginalschleimhaut eincremen. Eine Operation würde ich nicht machen lassen,die Aussage des Kollegen erscheint mir etwas seltsam. Entscheidend ist: Sie haben ausser der Leukoplakie keine Auffälligkeit in der Blase,ein Infekt scheint zur Zeit ausgeschlossen.Somit kein Grund zur Antibiose. Ich rate Ihnen zur Vorstellung bei einem Schmerztherapeuten.

Antwort vom: 2016-09-30 17:02:51

Dr. Harald Pauthner
Bad Homburg

ganzheitlich glücklich